Neue Betrugsmasche

Die Polizei im Altkreis Norden warnt vor sogenanntem Love Scamming oder Romance Scamming, dem Internetbetrug mit vorgetäuschter Liebe.

Die Polizei warnt vor sogenannten Love- oder Romance-Scammern. Im Landkreis Aurich ist der Polizei erneut ein Fall gemeldet geworden, bei dem Betrüger ihrem Opfer mit vorgetäuschter Liebe das Geld aus der Tasche gezogen haben.

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Die Betrüger, auch Scammer genannt, suchen sich ihre potenziellen Opfer in sozialen Netzwerken oder Online-Partnerbörsen. Sie nehmen Kontakt auf, umgarnen ihre Opfer und überhäufen sie mit Liebesbekundungen und Aufmerksamkeit. Ihr Ziel ist es, dass sich ihr virtuelles Gegenüber in sie verliebt. Dann fordern sie Geld. Häufig geben die neuen Bekanntschaften beispielsweise vor, bei einer Geschäftsreise im Ausland, etwa in Afrika, in Geldnot geraten zu sein. In anderen Fällen benötigen sie angeblich Geld für die Operation eines Angehörigen, gestohlene Koffer oder auch unbezahlten Lohn. Die Betrüger fordern das Geld erst, wenn seitens der Opfer bereits eine emotionale Abhängigkeit entstanden ist und ihre neuen Bekanntschaften tatsächlich bereit sind, zu zahlen.

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Auch ein 56 Jahre alter Mann aus dem Landkreis Aurich erhielt über ein soziales Netzwerk eine Nachricht von einer ihm unbekannten Frau und überwies ihr im weiteren Verlauf der virtuellen Beziehung mehrere Tausend Euro. Sie gab an, gerade in Afrika zu sein, um ein Erbe anzutreten. Sie „belegte“ ihre Angaben mit Kopien von angeblichen persönlichen Dokumenten, um Zweifel aus dem Weg zu räumen. Sie bat den 56-Jährigen schließlich um Geld, um die fälligen Gebühren für die Abwicklung des Erbfalls zahlen zu können. Der Auricher zahlte mehrfach Geldbeträge und hielt an der „Beziehung“ fest, die sich für ihn über mehrere Monate entwickelt hatte. Kürzlich kontaktierte ihn sogar ein angeblicher Anwalt aus Frankreich, der angab, ihm helfen zu wollen, um das Geld von der Frau in Westafrika zurückzubekommen.

(Foto: Rachel Scott , pixabay.com, CC0)

Die Betrugsmasche kann sowohl Männer als auch Frauen treffen. Scam-Frauen locken ihre Opfer bevorzugt mit schönen Fotos, auf denen sie oft leicht bekleidet zu sehen sind, während Scam-Männer häufig Fotos von uniformierten Männern nutzen. Die Betrüger kommunizieren meistens in gutem Englisch. Insider gehen davon aus, dass rund 95 Prozent der englisch sprechenden Kontakte auf deutschen Dating-Seiten Romance- oder Love-Scammer sind. Allerdings gibt es auch viele, die perfekt Deutsch sprechen.

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Für die Opfer ist das Love- oder Romance-Scamming mit hohem emotionalen Stress verbunden. Viele Opfer melden sich aus Scham nicht bei der Polizei – selbst dann nicht, wenn ihnen bereits ein finanzieller Schaden entstanden ist. Wer sich auf die Love- oder Romance-Scammer eingelassen hat und beispielsweise aus reiner Gefälligkeit oder Hilfsbereitschaft einen Scheck einlöst, der sich später als gefälscht herausstellt und deshalb von der Bank rückbelastet wird, bleibt als Opfer auf dem finanziellen Schaden sitzen.

Die Polizei rät:

– Überweisen Sie Menschen, die Sie nie persönlich kennengelernt oder gesehen haben, kein Geld und gehen Sie nicht auf sonstige Forderungen ein.

– Seien Sie immer misstrauisch bei unglaublichen Angeboten, ob bei der Wohnungs- oder der Partnersuche.

– Geben Sie den Namen Ihrer Internetbekanntschaft mit dem Zusatz „Scammer“ beispielsweise bei Google ein. Die Suchmaschine kann in vielen Fällen einen Verdacht bestätigen.

– Wenn Sie gescammt werden: Brechen Sie sofort jeglichen Kontakt ab, ob per Mail oder Telefon. Legen Sie sich am besten eine neue Mailadresse und Telefonnummer zu.

– Wenn Sie einen finanziellen Schaden erlitten haben, erstatten Sie in jedem Fall Strafanzeige bei der Polizei.

Mehr Informationen:

https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/scamming/#panel-17221-4

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