Haussperling gewinnt, Amsel verliert

NABU Ostfriesland: Nach dem Teilnahmerekord bei der „Stunde der Wintervögel“ bestätigt sich der Abwärtstrend bei Wintervögeln, der sich bereits abzeichnete.

Aurich –  Das Endergebnis der neunten „Stunde der Wintervögel“ bestätigt den Rückgang der Amsel. Ostfrieslandweit nahm der Bestand um über 23 Prozent ab, stärker als auf Bundesebene (-14 Prozent) oder in Niedersachsen (-17 Prozent). Wie bereits im Zwischenergebnis angedeutet, ergibt sich ein deutlicher Abwärtstrend der Wintervögel: wurden 2018 noch 43 Vögel pro ostfriesischem Garten festgestellt, sind es 2019 nur noch 39,8 – eine Abnahme um 7,2 Prozent. Als einzige Vogelart unter den Top 5 konnte lediglich die Kohlmeise leicht zulegen um 1,9 Prozent.

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Ist der milde Winter schuld?

Mit über 1.460 Teilnehmenden wurde dagegen ein neuer deutlicher Teilnahmerekord aufgestellt, im bisherigen Rekordjahr 2017 beteiligten sich 1.026 Vogelfreunde (+ 42 Prozent). Die Daten stammen aus über 850 Gärten und Parks, gut 180 mehr als im Vorjahr. „Dieser neue Rekord zeigt einmal mehr, wie groß das Interesse an der heimischen Natur ist. Darüber freuen wir uns sehr“, so Jan Schürings, Regionalgeschäftsführer des NABU Ostfriesland. „Gut für unsere Vögel wäre es auch, wenn immer mehr Menschen ihre Gärten als Mini-Naturschutzgebiete sehen und sie vogelfreundlich gestalten.“

Wenn Vogelfreunde bei der diesjährigen „Stunde der Wintervögel“ am heimischen Futterhäuschen weniger zu zählen hatten, dann lag das vor allem am Wetter. „Der bisher europaweit sehr milde Winter sorgt dafür, dass weniger Wintervögel aus dem Norden und Osten zu uns kommen. Auch finden viele Waldvögel außerhalb der Gärten genug zu fressen und sind nicht auf die Futterstellen angewiesen“, so Jan Schürings. Die Zahlen für manch typische Futterhausbesucher wie Blaumeise, Eichelhäher, Buntspecht oder Gimpel sind aus diesen Gründen niedriger als im Vorjahr. Grundsätzlich könnten sich auch in Zukunft bei milden Wintern weniger Vogelarten in den Gärten zeigen. Ob sich unabhängig diesen Bedingungen ein tatsächlicher Rückgang an Vögeln entwickelt, muss daher in Zukunft besonders aufmerksam verfolgt werden.

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Starke Verluste nicht nur bei Amsel

Foto: Frank Derer, NABU

In der Stunde der Wintervögel immer seltener mit dabei: die Amsel (Foto: Frank Derer, NABU)

Die Amsel fuhr mit nur 3,19 Vögeln pro Garten bei der Stunde der Wintervögel 2019 ihr bisher schlechtestes Ergebnis in Ostfriesland ein und bestätigt damit den bundesweiten Negativtrend. Der starke Rückgang der Amsel kann unter anderem auf den trockenen Sommer 2018 zurückgeführt werden, in dem weniger Regenwürmer für die Jungvögel zur Verfügung standen, welche deswegen vermehrt starben. „Ein weiterer wesentlicher Grund für den Rückgang der Amsel-Population dürfte die Usutu-Epidemie sein, die im vergangenen Sommer erstmals fast deutschlandweit aufgetreten ist und ihren Schwerpunkt auch in Ostfriesland hatte“, so Jan Schürings.

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Starke Verluste sind auch beim Grünfink festzustellen, um 13,7 Prozent nahmen die beobachteten Individuen pro Garten (1,13) im Vergleich zu 2018 ab, seit mehreren Jahren geht damit der Bestand des Grünfinks in Niedersachsen zurück.

In den Top fünf kam es im Vergleich zu 2018 zu kleinen Veränderungen: Am häufigsten gesichtet wurden in Ostfriesland der Haussperling, gefolgt von Kohlmeise, Blaumeise, Amsel und Buchfink. Die Amsel rutscht somit auf Platz 4 ab.

 

Mehr über die Vogelwelt

Wer noch mehr über Deutschlands Vögel erfahren will, kann sich die kostenlose NABU App „Vogelwelt“ unter www.NABU.de/vogelwelt downloaden. Mit der bilderreichen App kann man alle Vogelarten, die in Deutschland nachgewiesen worden sind, kennenlernen und bestimmen. Insgesamt enthält die App 308 Arten.

Die nächste Vogelzählung steht vom 10. bis 12. Mai an. Dann werden bei der „Stunde der Gartenvögel“ die Brutvögel in unseren Gärten und Parks erfasst.

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