Folgen der UEK-Schließung

Die Grünen in Norden wollen die Folgen einer Schließung der Ubbo-Emmius-Klinik untersuchen lassen und haben einen entsprechenden Antrag formuliert.

Eine Mehrheit sprach sich in Norden beim Bürgerentscheid 2017 gegen den Erhalt des dortigen Krankenhauses aus. (Foto: gf / cc-by-sa)

Um die Zukunft der Krankenhäuser in Aurich, Norden und Emden wird bald zwei Jahre nach dem Bürgerentscheid über eine Zentralklinik weiter gestritten. Die Stadt Norden soll nun die Folgen einer UEK-Schließung untersuchen lassen. Die Grünen haben jetzt bei Bürgermeister Heiko Schmelzle beantragt, den Stadtrat damit zu befassen. Walter Zuber, Vorsitzender der Grünen Partei in Norden sagt: „Die Stadt braucht eine Grundlage für den Ausbau der Norder Gesundheitswirtschaft, um die geplante UEK-Schließung kompensieren zu können.“

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Das Liquidieren eines der größten Norder Betriebe koste nach Ansicht der Grünen nicht nur direkt bis zu 300 Arbeitsplätze in der Stadt, sondern hat indirekte Folgewirkungen, die fast alle Branchen in der Stadt sowie den städtischen Haushalt berühren. Die Norder Gesundheitsbranche stellt mit rund 2000 Beschäftigten die größte Branche in der Stadt. Als Branchenstandbeine sehen Sachverständige der Kommunalen Beratungsgesellschaft CIMA die UEK Norden und die Dr. Becker Klinik in Norddeich an.

 

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Gesundheit in der Zukunft

Um die negativen Schließungsfolgen zu kompensieren, bedarf es nach Auffassung der Grünen über viele Jahre erheblicher Anstrengungen, mit denen möglichst früh zu beginnen ist, wenn bleibende Schäden verhindert werden sollen. Dem komme die hohe Dynamik auf dem Markt für Gesundheitsdienstleistungen entgegen, die planmäßig genutzt werden müsse. Der demografische Wandel wird von Zuber deshalb nicht mehr nur als Risiko angesehen, sondern als Entwicklungsmotor, um den zweiten Gesundheitsmarkt und den Gesundheitstourismus in Norden und Norddeich auch unter ökologischen Erfordernissen auszubauen. Die Grünen warnen davor, sich hinsichtlich der Schließungsfolgen auf den SPD geführten Landkreis zu verlassen.

Der Landkreis habe sich seit Beginn der Zentralklinikplanungen im Jahre 2012 in keiner Weise um die Folgen in den betroffenen Städten gekümmert und werde das auch jetzt nicht tun, so die Grünen. Dies zeige sich unter anderem daran, dass Landrat Weber (SPD) die Beschlüsse seiner eigenen Partei vom vergangenen Jahr offenbar nicht beeindruckt hätten. Die SPD-Unterbezirke Aurich und Emden hatten gleichlautend unter anderem die Untersuchung der Schließungsfolgen vor einem neuen Bürgerentscheid gefordert.

Die Grünen machen darauf aufmerksam, dass es bis heute keine Hinweise gibt, dass sich der Landkreis als Eigentümer und Planungsbehörde um diese Aufgabe kümmert. Weder gebe es ernst zu nehmende Initiativen, das Rettungsdienst- und Notfallkonzept weiterzuentwickeln, noch Hinweise darauf, dass ein Verkehrskonzept in Arbeit sei oder sich um die Nachnutzung der Liegenschaften Gedanken gemacht würden, so die Norder Grünen. Bei allen diesen Aufgaben handele es sich um Aufgaben des Landkreises, der zudem den Gebietsreformvertrag zwischen den ehemaligen Landkreisen Norden und Aurich zu wahren hat. Danach habe der Landkreis nicht nur die örtliche Krankenhausversorgung auf dem medizinischen Stand zu sichern, sondern auch für gleichwertige Lebensbedingungen in allen Teilen des Landkreisgebietes zu sorgen.

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