Mauersegler und Schwalben im Sinkflug?

Der Star kommt nur in knapp über der Hälfte aller Gärten vor: Der NABU Ostfriesland machte erste Trends zur „Stunde der Gartenvögel“ 2018 aus.

Am heutigen 14. Mai hat der NABU Ostfriesland einen ersten Trend zur NABU-Mitmachaktion „Stunde der Gartenvögel“ gezogen, in deren Rahmen am Muttertags-Wochenende Vogelfreunde auch in Ostfriesland zum vierzehnten Mal aufgerufen waren, alle innerhalb einer Stunde gezählten Gefiederten im Garten, Kleingarten oder Park zu notieren und an den NABU zu melden.

Rauchschwalben im Nest. (Foto: Bernhard Schiewe / NABU)

Bis Montagmorgen haben in Ostfriesland knapp 350 (Nds: 3.900; D: 34.400) Vogelfreundinnen und Vogelfreunde bei der Stunde der Gartenvögel aus 225 (Nds: 2.580; D: 23.000) Gärten und Parks mehr als 8.300 (Nds: 90.900; D: 771.000) beobachtete Vögel gemeldet. Häufigste Art ist erneut der Haussperling, gefolgt von Amsel, Kohlmeise, Blaumeise und Star. „Nach aktuellem Zwischenstand waren in diesem Jahr zwölf Prozent mehr Vögel zu zählen am im vergangenen Mai, das entspricht 37 Vogelindividuen pro Garten“, bilanziert Jan Schürings, Regionalgeschäftsführer des NABU Ostfriesland.

Während die zweitplatzierte Amsel in fast allen gezählten Gärten vorkommt, stellt sich die Situation beim aktuellen Vogel des Jahres anderweitig dar. Der Star wurde nur in knapp über 50 Prozent aller Gärten gesichtet. „Man wird das Endergebnis abwarten müssen, allerdings scheint sich der Abwärtstrend des Stars in den letzten Jahren zu bestätigen“, so Jan Schürings weiter.

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Noch Luft nach oben

Da die Ergebniseingabe noch bis zum 21. Mai möglich ist, kann der NABU Ostfriesland derzeit nur auf erste Trends zurückgreifen – diese sind aber bereits recht stabil. Ein Gewinner der diesjährigen Zählung könnten die Austernfischer sein. Sie nutzen in den letzten Jahren vermehrt Flachdächer mit Kiesauflage zur Brut. Mit Spannung werden die finalen Ergebnisse von Mehl- und Rauchschwalbe sowie Mauersegler erwartet. Momentan scheinen sie die Verlierer der diesjährigen Zählaktion zu sein. Die genannten Arten weisen alle einen negativen Bestandstrend auch in Ostfriesland auf. „Sollte sich dieser Trend bestätigen, wäre das bedenklich. Dieser negativen Entwicklung kann nur durch Schutzmaßnahmen begegnet werden“, so Jan Schürings. Die Ursachen seien vielfältig: Insektenschwund und damit Nahrungsmangel, Versiegelung von Gebäuden und Erdflächen, Bejagung im Mittelmeerraum und weitere Faktoren wirkten sich negativ auf die Bestände aus.

„Wir bekommen durch diese Aktion Hinweise auf Trends bei den Garten- und Parkvögeln unserer Heimat und merken, dass sich viele Menschen intensiv mit der Vogelwelt, der Natur und dem Naturschutz beschäftigt haben. Und ein umweltpädagogischer Effekt ist auch noch gleich dabei: die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen die Vogelarten voneinander zu unterscheiden. Ein wunderbarer Aspekt in Zeiten schwindender Artenkenntnis! Denn nur was ich kenne, kann ich auch schützen!“, begründet der NABU-Regionalgeschäftsführer die Aktion.

„In der Rangfolge können sich“, erläutert der NABU- Regionalgeschäftsführer, „durchaus noch Verschiebungen ergeben. Beobachtungen können noch bis einschließlich 21. Mai online oder postalisch gemeldet werden.“ Die Beobachtungen melden Sie bitte per Post (NABU, Stunde der Wintervögel, 10469 Berlin) oder einfach im Internet unter http://niedersachsen.nabu.de/aktionen/sdg/ oder auch unter www.stundedergartenvoegel.de .

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