Club der wilden Lesefüchse

Laut einer neuen Studie kann fast jeder fünfte Viertklässler nicht richtig lesen. Die Leseförderung in der Stadtbibliothek Norden ab 16. April will das ändern.

Immer mehr Kinder in Deutschland können beim Verlassen der Grundschule nicht richtig lesen. Seit 2001 ist der Anteil der Viertklässler mit einer nur rudimentären Lesefähigkeit von 16,9 Prozent auf 18,9 Prozent im vergangenen Jahr gestiegen, wie die im Dezember in Berlin vorgestellte Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung (IGLU) zeigt.

Im internationalen Vergleich ist Deutschland bei der Leseleistung der Grundschüler abgesunken. Dabei können Deutschlands Viertklässler im Vergleich zum Jahr 2001 heute etwa gleich gut lesen. Während 2001 aber nur vier Staaten höhere Werte erzielten, waren es 2016 zwanzig.

 

Anteil der Kinder, die gerne lesen, sinkt

Der Anteil der Kinder, die gerne lesen, ist seit 2001 um 5 Prozentpunkte auf rund 70 Prozent gesunken. „Das ist an sich ein trauriger Befund“, sagt der Studienautor Wilfried Bos. Gestiegen ist laut IGLU auch die soziale Spaltung bei den Bildungschancen. 2001 war die Chance auf eine Gymnasialempfehlung für Kinder aus oberen Schichten 2,6 Mal so hoch wie bei sozialschwächeren Elternhäusern. 2016 war diese Chance 3,4 Mal so hoch.

Bildungsforscher Bos zeigt sich ernüchtert, da die zuständigen Bundesländer die Lage seit den Vorgängerstudien nicht verbessern konnten: „Es ist nicht genug passiert.“

 

Neues Projekt der Stadtbibliothek Norden

Vera Wienkämper (Stadtbibliothek) und Ursula Keunecke (Lehrerin und Vorlesepatin der Stadtbibliothek) mit Huhn. (Foto: Stadt Norden)

Die vorliegenden Untersuchungsergebnisse sind Anlass für die Stadtbibliothek Norden, ein neues Projekt zu starten. Jeden Montagnachmittag ab 16 Uhr wird zukünftig die Veranstaltung „Lesefüchse“ angeboten. Hier können Kinder der dritten und vierten Klassen gemeinsam ihre Lesekompetenz verbessern. Der „Club der wilden Lesefüchse“ richtet sich nicht nur an leseschwache Kinder.  Auch lesebegeisterte können gern mitmachen, denn das pädagogische Konzept berücksichtigt mehrere Kompetenzstufen: schwach, mittel und gut. So wie es Lehrkräfte aller Orten eben genau in ihren Klassen vorfinden. Damit das Ganze auch Freude macht, haben die Mitarbeiterinnen der Stadtbibliothek die Leseübungen in ein Konzept mit Bewegungselementen und Spielen eingearbeitet. Jede Stunde wird mit einem Kamishibai beginnen. Bei diesem japanischen Erzähltheater kommen die Kinder zur Ruhe, die Konzentrationsfähigkeit wird gestärkt. Im Mittelteil der Stunde stehen Leseübungen, die sich inhaltlich an der Geschichte des Kamishibais orientieren. Danach wird gespielt. Bei dem Spiel „Fuchsjagd“ müssen die Kinder je nach Aktionsfeld, Bewegungen (gemeinsam oder in der Gruppe) absolvieren oder etwas vorlesen (z.B. Witze oder andere Kurztexte). Wer Unterstützung braucht, kann sich vom Huhn (einer Handpuppe) helfen lassen. Das freche Huhn, das auch auf den Plakaten auftaucht, soll das Maskottchen der Reihe werden.

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Leseförderung in Norden

Wenn Sie also Kinder der dritten oder vierten Klasse kennen, die Unterstützung beim Lesen lernen bräuchten, oder die auch ganz gut und gerne lesen, dann machen Sie sie (oder die betreffenden Eltern) auf den ersten Termin aufmerksam!

Am Montag, den 16. April um 16 Uhr geht es los. Danach immer montags um die gleiche Zeit. Wer mitmachen will, kann fortlaufend dazu stoßen. Natürlich ist eine kontinuierliche Teilnahme sinnvoll. In diesen Veranstaltungen wird erzählt, gelesen und gespielt. Das Üben erfolgt praktisch nebenbei.

Wenn möglich melden Sie das Kind vorher an: 04931/ 923 353. So haben die Mitarbeiterinnen bessere Planungsmöglichkeiten.

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